))) Ergotherapie bei Kindern und Jugendlichen
   
  Die Arbeit mit Babys, Kindern und Jugendlichen gehört zu den Schwer­punkten unserer Praxis. Ergotherapie hilft, wenn Bewegungs- und Ver­haltens­probleme oder Behinderungen vorliegen. Es werden fehlende oder nicht ausreichend entwickelte Fähigkeiten vermittelt, um eine größt­mög­liche Selbstständigkeit zu erreichen. Es geht darum, die Anforderungen im Alltag, in Kindergarten und Schule gut zu erfüllen und Spaß am Lernen zu haben. Wir arbeiten mit verschiedenen Konzepten und Methoden wie bei­spiels­weise SI, Bobath, Affolter oder dem InterActPlus-Konzept, sowie an der Be­täti­gungs­performance.

Besonders am Herzen bei der Arbeit mit Kindern liegt uns die aktive Teil­nahme der Eltern an der Therapie. Denn nur, wenn die Eltern das Prinzip nachvollziehen und ihre Kinder beim Lernen positiv unterstützen, kann der Erfolg eintreten und gesichert werden.
   
  ) Ein Beispiel: die Sensorische Integrationstherapie (SI)
  Von Anfang an ist eine tragfähige, liebevolle Beziehung zu den Eltern wich­tig für jedes Kind. Diese kann schon von Geburt an gestört sein, etwa durch eine Beeinträchtigung der Wahrnehmungsverarbeitung. Das Baby kann sich vielleicht nicht richtig auf Körperkontakt einlassen, macht sich steif, schreit viel oder ist übermäßig kitzlig.
Später können Schwierigkeiten beim Anziehen, Essen oder in der Schule auftreten. Eine umfassende Diagnostik klärt die Ursachen. Wenn es sich um eine Wahrnehmungsstörung handelt, kann mit Hilfe der thera­peu­ti­schen Unter­stützung die Reizverarbeitung strukturiert werden. Mit gezielten Be­wegungs- und Spielangeboten lernt das Kind Neues, immer im richtigen Schwierigkeitsgrad und in seinem eigenen Tempo. Es erlebt Erfolge und stärkt so sein Selbstbewusstsein. Neugier und Erkundungslust werden ge­weckt, das Gehirn und das Nervensystem entwickeln sich und die Kör­per­beherrschung wird verbessert. Sind die gesteckten Ziele erreicht, berät der Ergotherapeut die Eltern zur weiteren Stabilisierung des Kindes.
   
  ) Ein Beispiel: das Lernkonzept InterActPlus
  Ziel ist es hier, die Eigensteuerung des Lernenden schrittweise zu ver­bessern, sodass sich beim Kind ein eigenmotiviertes Lernverhalten zeigt: lernen wollen, sich anstrengen und Leistung erbringen wollen. Um dies zu erreichen, spielen Interaktionspartner, wie Eltern und Therapeuten, eine wichtige Rolle. Sie können verhaltenstherapeutische Techniken einsetzen und erwünschte Verhaltensweisen positiv verstärken. Zum Beispiel, indem der Lernpartner stark positiv das Lernen als solches verstärkt.
Der Lernpartner lobt also, dass überhaupt gelernt wird, die Güte der Er­geb­nisse steht erst einmal nicht im Vordergrund. Im diagnostischen Be­reich spielt die Videoanalyse eine wichtige Rolle, bei der standardisierte Si­tua­tionen gefilmt werden. Das hilft dabei, den Eltern die Muster der Inter­aktion deutlich sichtbar zu machen. Der Therapeut zeigt so den Eltern mögliche Wege des motivierenden Umgangs mit ihrem Kind.
   
  ) Ein Beispiel: Hilfe bei AD(H)S
  Ist ein Kind motorisch unruhig, kann sich schlecht konzentrieren und wird sozial häufig auffällig, kann es sich möglicherweise um diese körperliche Erkrankung handeln. Sie wird mit Hilfe umfangreicher diagnostischer Ver­fahren vom Kinderarzt festgestellt. Ergotherapie kann diesen Kindern auf vielen Ebenen helfen, sodass häufig auf Medikamente verzichtet oder die Einnahme verkürzt werden kann.

Ziel ist es das Selbstmanagement des Kindes zu fördern, sodass es hand­lungs­fähig und in der Lage ist, sich im Alltag angemessen und situa­tions­gerecht zu verhalten. Die Fähigkeit, eine Tätigkeit zu planen und struk­tu­riert durchzuführen, z. B. Hausaufgaben, oder auch, sich in Gruppen richtig zu verhalten, führt zu Erfolgserlebnissen und stärkt das Selbstbewusstsein. Parallel findet eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit der Familie, den Lehrern, behandelnden Ärzten und Psychologen statt, um die neuen Fer­tig­keiten in den häuslichen Rahmen zu übertragen.
   
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